SVA mit neuem Mut nach Bensheim
SV Allensbach reist als klarer Außenseiter zum Tabellenführer nach Bensheim-Auerbach
2. Handball-Bundesliga, Frauen: Sechs Tage hatte der SV Allensbach nun Zeit, sich am Überraschungserfolg gegen die HSG Bad Wildungen zu erfreuen. In einem begeisternden Spiel bezwang der SVA den Aufstiegsanwärter mit 28:25. Beinahe über die gesamte Spielzeit lagen die Allensbacherinnen zurück, um am Ende doch noch die so wichtigen wie unerwarteten Zähler im Abstiegskampf zu erringen. „Da hat sich gezeigt, was die Mannschaft für eine Substanz hat – die wir lange nicht abgerufen haben", sagt der Allensbacher Manager Manfred Lüttin. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen Teams aus dem vorderen Tabellendrittel mithalten können."
Diesen Beweis kann die Mannschaft heute erneut erbringen. Denn nach einer Woche des Schwelgens in schönen Erinnerungen an den Sieg, kehrt nun wieder der Liga-Alltag ein. Kein geringerer als der Tabellenführer und Aufstiegskandidat Nummer eins der HSG Bensheim-Auerbach heißt nun der Gegner. Die Spitzenposition halten die Hessinnen mit drei Punkten Vorsprung auf die Verfolger aus Nellingen – was man in Anbetracht ihrer derzeitigen Form beinahe schon souverän bezeichnen könnte. Seit sechs Spielen hat die HSG keinen Punkt mehr abgegeben.
„Bensheim-Auerbach verfügt über eine sehr gut aufgestellte Mannschaft, ist von Verletzungen weitestgehend verschont geblieben, der Trainer ist ein absoluter Fachmann und das Umfeld ist prädestiniert für die 1. Bundesliga", zählt der Lüttin auf. Vor allen die Rückraum-Achse mit Ingrida Bartaseviciene Annika Hermenau und Kim Naidzinavicius ist hervorragend besetzt. „Wir haben in Bensheim nichts zu verlieren und können nur gewinnen. Die Gastgeber sind unumstritten Favorit, wir wollen den frischen Wind mitnehmen und uns so teuer wie möglich verkaufen", so der Manager.
Natürlich sehen sich auch die Bensheim-Auerbacherinnen in der Favoritenrolle, doch nehmen sie Allensbach ernst. „Unsere Ausgangsposition ist zwar gut, doch wir werden diesen Gegner nicht unterschätzen. Immerhin befinden sich die Allensbacherinnen im Abstiegskampf und kommen nicht hoffnungslos nach Bensheim", sagt HSG-Trainer Lazar Cojocar, der den SVA „hinsichtlich Einstellung und Kampfgeist" als eine „Topmannschaft" bezeichnet.
Trotz des jüngsten Sieges hat sich an der Allensbacher Situation insofern nichts geändert, als dass es nächste Woche nach wie vor zu einer entscheidenden Partie gegen die TSG Ketsch kommen wird. Vor der Partie gegen Bad Wildungen hatte Manfred Lüttin die Parole ausgegeben, zum Klassenerhalt fehlten dem SVA noch sechs Punkte. Nun wären es eigentlich noch vier. Doch inzwischen hört sich das bei Lüttin schon etwas anders an: „Ich bin jetzt mal so selbstbewusst und sage, mit dem direkten Abstieg haben wir nichts mehr zu tun. Wenn wir gegen Ketsch gewinnen, sind wir auch vom Relegationsrang weg", sagt er.
Wem der SV Allensbach das zu nicht geringen Anteilen zu verdanken hat, das macht Manfred Lüttin nochmals ganz deutlich: „Ich muss unseren beiden Trainerinnen Jenny Wiedenmaier und Sonja Pannach ein Kompliment aussprechen. Sie geben der Mannschaft Selbstvertrauen und halten ein sehr gutes Training. Der Erfolg stellt sich ein", sagt der Allensbacher Manager. Sollte dies entgegen allen Erwartungen auch heute der Fall sein, stünde den Allensbacherinnen erneut eine geradezu traumhafte Woche bevor.
Denise Heinemann